Videos drehen mit Stop Motion Studio

Ich drehe meine Trickfilme mit der Stop Motion Studio App. Im folgenden beschreibe ich, wie so ein Dreh abläuft und warum die App vieles einfacher macht.

Bevor Sie mit Ihrem Stop Motion Film beginnen, sollten Sie Ihr Smartphone auf einem Stativ oder mit einer anderen Konstruktion fixieren, damit die Aufnahmen später nicht wackelig sind. Schließen Sie das Gerät außerdem an ein Ladekabel an. So ein StopMotion-Dreh kann schon einige Stunden dauern und Sie möchten ja nicht, dass Sie währenddessen durch einen leeren Akku unterbrochen werden.

Wenn alles bereit ist, öffnen Sie die Stop Motion Studio Pro App. Beim ersten Öffnen gelangen Sie in das Projektfenster. Dort sehen Sie ein Beispielprojekt, Sie können aber auch gleich mit einem Klick auf das Plus-Symbol Ihren ersten eigenen Film starten.

Die Einstellungen in Stop Motion Studio

Bevor Sie aber den Auslöser drücken, sollten Sie die Einstellungen noch überprüfen. Diese finden Sie in der rechten Menüleiste gekennzeichnet mit dem Schalter-Symbol. Standardmäßig nimmt die App im Automatik-Modus auf, Sie können das ändern, indem Sie auf das M tippen. Zu Beginn würde ich Ihnen den AL-Modus empfehlen, in dem Sie die Belichtung (also Helligkeit) und den Fokus (also die Schärfe) durch Tippen auf das Bild festlegen können. So können Sie vor Drehbeginn Ihr Bild einrichten und die Einstellungen verändern sich während des Drehs nicht mehr. Im Automatik-Modus kann es dagegen vorkommen, dass sich die Helligkeit zwischen den Bildern ändert. Das sehen Sie dann im fertigen Film als unschönes Flackern!

Nun können Sie endlich mit dem Dreh beginnen. Tippen Sie auf den roten Aufnahme-Knopf um Ihr erstes Foto zu schießen. Am unteren Bildschirmrand sehen Sie, dass sich die Bildanzahl auf 001 geändert hat. Nun bewegen Sie die Figuren ein kleines Stück.

Stop Motion Studio und Onion Skin

Damit Sie überprüfen können, wie viel sich in der Szene seit dem letzten Bild verändert hat, gibt es die sogenannte Onion-Skin-Funktion. Onion Skin ist Englisch für Zwiebelschale und es erlaubt Ihnen, das vorher aufgenommene Bild halbdurchsichtig über die Live-Vorschau zu legen. Bewegen Sie dazu den Schieberegler auf der linken Seite nach unten, etwa in die Mitte. Sie können so Ihre Änderungen immer im Vergleich zum letzten Bild sehen, dabei kontrollieren, ob die Bewegungen passen und ob Sie auch nichts vergessen haben. Wenn Sie mit dem Ergebnis zufrieden sind, tippen Sie wieder den Aufnahme-Knopf.

Ab diesem Zeitpunkt ist alles wie bei einer normalen Kamera: Sie bewegen die Figuren ein Stück und tippen wieder auf Aufnahme – so lange, bis die Szene vorbei ist. Der Vorteil der App ist, dass Sie auch während dem Dreh schon eine Vorschau des Filmes ansehen und so kontrollieren können, ob die Bewegungen Ihren Wünschen entsprechen.

Format und Geschwindigkeit ändern

Wenn Sie mit der Aufnahme fertig sind, können Sie mit dem Pfeil links oben wieder zurück in das Projektfenster wechseln. Hier sehen Sie eine Vorschau Ihres Filmes, sowie einige Werkzeuge, um ihn noch weiter zu bearbeiten. Durch Wischen können Sie in der Zeitleiste navigieren und Bilder auswählen. Wenn Sie auf das aktuell ausgewählte, farbig hinterlegte Bild tippen, öffnen sich weitere Werkzeuge. Hier können Sie das Bild bearbeiten, verschieben oder löschen.

Allgemeine Projekteinstellungen finden Sie unter dem Zahnrad-Symbol. Hier können Sie die Geschwindigkeit einstellen, mit der Ihre Bilder abgespielt werden. Die Geschwindigkeit wird in Bildern pro Sekunde (FPS) angegeben und kann mit einem Schieberegler einfach angepasst werden. Sie können außerdem die Qualität (HD, 4K) oder das Bildformat (Quadrat, 16:9, Kino) ändern und Filter oder Vordergründe hinzufügen. Ihrer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Den Film exportieren

Die App bietet noch viele weitere Effekte und Möglichkeiten zum Bearbeiten, die ich im Buch näher beschreibe. Sie können den Film aber auch gleich exportieren, etwa um ihn auf den Computer zu übertragen und dort weiter zu bearbeiten oder einzelne Szenen zusammenzufügen.

Wechseln Sie dazu mit dem Pfeil-Zurück-Symbol ganz zurück in die Projektübersicht. Hier wählen Sie durch langes Tippen das Projekt aus, das Sie exportieren möchten, und tippen dann in der blauen Werkzeugleiste auf das Teilen-Symbol. Hier haben Sie die Möglichkeit, den zusammengefügten Film zu exportieren, aber auch die einzelnen Bilder oder die Projektdatei abzuspeichern. Die Datei können Sie entweder über iCloud oder Dropbox auf Ihren Computer übertragen, oder auch gleich über einen Messenger oder ein soziales Netzwerk mit Ihren Freunden teilen.

Profi-Tipp

Falls Sie ein zweites Gerät, wie zum Beispiel ein iPad oder ein zweites Smartphone zur Verfügung haben, können Sie ein Gerät als Kamera und das andere als Steuereinheit verwenden. Laden Sie dazu auf einem Gerät – vorzugsweise dem kleineren und dem mit der besseren Kamera – die App »Remote Kamera«. Platzieren Sie das Gerät im Set und öffnen Sie die App. Auf dem zweiten Gerät öffnen Sie die »Stop Motion Studio Pro« App und nehmen alle Einstellungen wie oben beschrieben vor. Öffnen Sie dann im Projektfenster die Kamera-Einstellungen. Hier wird nun als Option der Name des Gerätes mit der »Remote Kamera« App angezeigt. Wählen Sie das Gerät aus und Sie können nun eine Live Vorschau des Bildes sehen. Diese Vorgehensweise hat den Vorteil, dass Sie die App bequem auf einem anderen Gerät bedienen können, während die Kamera im Set eingebaut ist. Außerdem müssen Sie das aufnehmende Gerät nicht berühren, was das Bild weniger wackeln lässt.


Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem Buch „LEGO-Filme mit Stop Motiont“ von Alexander Altendorfer. Alle Infos zum Buch, das Inhaltsverzeichnis und eine kostenlose Leseprobe findet ihr bei uns im Shop.

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