Timing und Spacing sind zwei wichtige Konzepte in der Animation, die dazu beitragen, dass Bewegungen und Veränderungen in einem animierten Objekt flüssig und realistisch wirken.
Timing (Zeitablauf)
Timing bezieht sich auf die Geschwindigkeit, mit der sich ein Objekt in einer Animation bewegt oder verändert. Es bestimmt, wie lange eine Aktion dauert und wie schnell sie abläuft. Das Timing ist entscheidend, um die Bewegungen realistisch wirken zu lassen und um die Aufmerksamkeit des Betrachters zu lenken.
Spacing (Abstand)
Spacing bezieht sich auf die Position eines Objekts oder Charakters in jedem Frame einer Animation. Es betrifft den Abstand, den das Objekt in jedem Schritt seiner Bewegung zurücklegt. Durch das Steuern des Spacings kannst du die Beschleunigung und Verzögerung in der Animation bestimmen. Dies trägt dazu bei, dass die Bewegungen glatt und realistisch wirken.
Wenn sich ein Objekt schneller bewegen soll, wird das Spacing zwischen den Frames größer. Das heißt, du vergrößerst den Abstand der Objekte bzw. die zurückgelegte Strecke. Umgekehrt: Wenn es sich langsamer bewegen soll, setzt du das Spacing enger. Das heißt, du verkleinerst die zurückgelegte Strecke der Objekte.
Natürliche Bewegungen beginnen meist langsam und beschleunigen dann. Zum Ende hin wird die Bewegung wieder langsamer. Konkret bedeutet dies, dass zu Anfang und Ende einer Bewegung mehr Einzelbilder verwendet werden als in der Mitte. Man spricht hier auch von Ease-in bzw. Ease-in-out. Dabei startet die Animation langsam, wird am schnellsten in der Mitte und endet wieder langsam.
Die Kombination von Timing und Spacing ist entscheidend, um Animationen lebendig und überzeugend wirken zu lassen.
Projekt: Lerne Timing und Spacing in Procreate
Timing und Spacing versteht man am einfachsten, wenn man sie selbst ausprobiert.

Schritt 1: Zeichne eine einfache Rakete. Starte mit der Zeichnung einer Rakete in Procreate auf die Ebene 1. Nimm dafür am besten den Monoline-Pinsel und nutze die QuickshapeFunktion, um die einzelnen Linien zu zeichnen. Setze die Rakete aus einfachen Ovalen, Rechtecken und Kreisen zusammen. Fülle die Outline im Anschluss mit Farbe.

Schritt 2: Aktiviere den Animationsassistenten. Schiebe die Rakete auf Ebene 1 mit dem VerschiebenWerkzeug an den Anfang deiner Zeichenfläche und dupliziere sie einmal über das Plus-Zeichen im Animationsassistenten. Verschiebe nun die Kopie (den 2. Frame) ein Stück weit nach oben. Wiederhole diesen Vorgang insgesamt vier Mal und achte darauf, dass die einzelnen Raketen gleichmäßig verteilt werden.
Schritt 3: Spiele deine Animation ab. Setze die Geschwindigkeit auf 8 Bilder pro Sekunde und wähle in den Einstellungen pingpong. Du siehst nun, wie sich die Rakete gleichmäßig von oben nach unten bewegt.

Schritt 4: Verändere das Spacing. Verteile deine bestehende Frames nun anders innerhalb deiner Timeline. Setze den zweiten näher zum ersten und den dritten näher zum vierten. Füge in der Mitte noch einen zusätzlichen Frame hinzu. Wenn du nun die Animation abspielst, merkst du, wie deine Animation plötzlich dynamischer wirkt. Sie startet und endet nun langsamer. Die Beschleunigung findet in der Mitte statt.
Schritt 5: Finale Anpassungen. Ändere die Hintergrundfarbe in ein dunkles Blau, damit es so aussieht, als ob die Rakete im Weltall fliegt. Schau dir die fertige Animation gerne auf http://www.studio-umi.de/animationsbuch an.

Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem Buch „Animation mit Procreate und Procreate Dreams“ von Sophia Helena Dei. Alle Infos zum Buch, das Inhaltsverzeichnis und eine kostenlose Leseprobe findet ihr bei uns im Shop.