E-Book Preise: Warum kosten E-Books nicht weniger als gedruckte Bücher?

Eigentlich ist es auf den ersten Blick unverständlich: Bücher und E-Books kosten in jüngster Zeit immer häufiger das gleiche. Aber warum ist das so? Bei E-Books fallen doch der ganze Druck, also die aufwändige Herstellung, der Transport und die physische Lagerung weg… Wir versuchen uns mal an einer Erklärung.

Betrachten wir E-Books und deren Herstellung mal etwas genauer. Da gibt es einige Kosten, an die man gar nicht denken würde, und die wir natürlich beachten müssen.

Kosten bei der Herstellung von E-Books

Auch E-Books müssen produziert werden. Sie werden natürlich nicht gedruckt, aber der vor dem Druck liegende Prozess in einem Verlag, also das Lektorat, die Korrektur sowie der Satz und das Layout, finden ebenfalls statt. Die Kosten dafür müssen auf alle Produkte, also gedruckte Bücher als auch E-Books, aufgeteilt werden.

Bei der Herstellung der E-Books selbst kommt es darauf an, um welches E-Book-Format es sich handelt. Seitenbasierte Formate wie PDF sind weniger aufwendig und entstehen mehr oder weniger aus dem normalen Buchsatz. Seitenunabhängige Formate wie EPUB aber sind deutlich aufwendiger und müssen speziell angepasst werden. Bei Programmierbüchern kann zum Beispiel ein einziger falscher Zeilenumbruch dazu führen, dass das gesamte dargestellte Listing nicht mehr funktioniert.

Kosten beim Vertrieb von E-Books

Auch im Vertrieb von E-Books gelten oft andere Regeln als bei herkömmlichen gedruckten Büchern. Zwar sind E-Books mittlerweile auch ladenpreisgebunden und kosten damit überall dasselbe – aber eben nur in Deutschland bzw. den wenigen Ländern, in denen es wie bei uns eine Buchpreisbindung gibt. In anderen Ländern und vor allem auf internationalen Plattformen wir Amazon Kindle, Google Play, Apple Books usw. gilt dies nicht bzw. nur mit Einschränkungen.

Hier greifen auch deutlich höhere Rabatte als im deutschen Buchhandel. So behält zum Beispiel Amazon Kindle bis zu 65% des Erlöses eines E-Books für sich ein – und damit deutlich mehr, als im inländischen Buchhandel zulässig wäre. Das muss sich auch in der Preiskalkulation widerspiegeln.

Wie ihre gedruckten Varianten, müssen PDF, EPUB und Co. auch vom Verlag zum Kunden gelangen. Durch die verschiedenen Formate der Endgeräte, auf denen E-Books gelesen werden, hat sich mittlerweile eine Vielzahl an Plattformen etabliert, über die die Kunden ihre elektronischen Bücher beziehen können. Ob Libreka, Ciando, Apple, Kindle – es gibt hunderte Stellen, die vom Verlag mit entsprechenden E-Books und deren Beschreibungen (den sogenannten Metadaten) versorgt werden wollen. Das erfordert eine Menge Arbeit und kostet letztendlich Geld, ob nun für die eigenen Mitarbeiter oder einen entsprechenden Dienstleister, der diese Aufgaben übernimmt, spielt dabei keine Rolle.

Kosten für die Lagerung von E-Books

Für E-Books gibt es zudem – analog zu Büchern – ein Lager. Zwar werden die E-Books selbstverständlich nicht physisch gestapelt und eingelagert, aber die Daten müssen jederzeit für den Versand an die Kunden bevorratet und gesichert werden. Ein einzelnes E-Book kann je nach Inhalt mehrere Hundert MB umfassen. Bei hunderten von Büchern und jeweils verschiedenen E-Book-Arten wie PDF, EPUB, usw. kommt da einiges zusammen, das Platz und Bandbreite benötigt – und auch das kostet natürlich Geld.

Unsere E-Book Preise

Ihr seht, bei der Preisgestaltung von E-Books ist einiges zu beachten. Wir selbst haben gerade zu Beginn falsch kalkuliert und mit E-Books sogar minus gemacht. Mit der extremen Erhöhung der Preise für Papier und auch Energie in letzter Zeit haben wir beschlossen, eine Mischkalkulation für alle Produkte zu machen. Egal ob gedrucktes oder elektronisches Produkt – die Arbeit, die dort hereingeflossen ist, ist dieselbe. Deshalb kosten auch alle Bücher das gleiche.

Ein Kommentar

  1. Bernhard Beier

    Hallo,

    Sie haben hier „tausend“ Zeilen geschrieben, was E-Books kosten. Sie haben keinerlei Aussagen über die Mehrkosten von Druck-Erzeugnissen erwähnt. Zuletzt lassen Sie die „Katze aus dem Sack“ – Mischkalkulation. Und dann geben Sie zu, dass Sie mit E-Books sogar Verluste gemacht hätten.

    Für wie dumm halten Sie ihre Leser / Buch-Konsumenten eigentlich. Ich habe diese Seite von Ihnen gesichert und werde unter Nennung ihrer Gründe (Zitate sind erlaubt) einmal andere Verlage fragen, wie sie über dieses Thema denken.

    Wer in der heutigen Zeit für Druck- und E-Publikationen den gleichen Preis, in dümmlicher Form wie Sie begründet, ist einfach nur zu verachten. Papier- und Transportkosten existieren nach ihrer Denkweise nicht. Versuchen Sie es doch einmal mit etwas überzeugenden „Green-Washing“.

    Mit freundlichen Grüßen
    Bernhard Beier

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