Bücher übersetzen – so funktioniert das bei uns

Als Fachverlag beobachten wir vor allem den amerikanischen Markt, da viele aktuell relevante Themen von dort kommen. Besonders im IT-Bereich lohnt es sich, als erster Verlag ein Buch zu einem neuen Thema zu veröffentlichen. Daher ist es manchmal eine Überlegung wert, ein bereits existierendes Buch aus dem Amerikanischen oder Englischen zu übersetzen.

Vorteile von Übersetzungen

Die Vorteile von Übersetzungen liegen auf der Hand:

  • Das Buch gibt es schon, wir müssen also keine Autorinnen oder Autoren suchen, die sich mit dem Thema auskennen, kein Konzept entwickeln und keinen Entstehungsprozess begleiten.
  • Auch das Risiko, dass die eigenen Autorinnen und Autoren nicht pünktlich abgeben oder das Projekt ganz abbrechen, ist ausgeschlossen.
  • Und man weiß, was man bekommt: Da das zu übersetzende Buch bereits existiert, können wir genau bewerten, wie die Qualität ist und oft auch ausländische Kritiken oder Kundenstimmen zur Beurteilung heranziehen.

Der Nachteil: Deutsche Übersetzungen sind teuer

Es gilt aber auch Nachteile abzuwägen: Übersetzungen sind teuer. Neben den üblichen Kosten für Lektorat, Satz, Grafik, usw. kommen die Kosten für die Übersetzerin oder den Übersetzer hinzu. Und auch das Honorar – in diesem Fall die Lizenzgebühren an den Original-Verlag – ist oft höher als bei muttersprachlichen Autorinnen und Autoren.

Hinzu kommt, dass wir manchmal nicht der einzige Verlag sind, der sich um eine bestimmte Übersetzung bewirbt. In solchen Fällen gibt es dann häufig ein Bieterverfahren um die Lizenz, das die Kosten schnell weit nach oben treiben kann.

Ein weiterer Nachteil ist, dass man sich als Verlag zu sehr von anderen Verlagen und deren Programm abhängig macht, wenn man vermehrt auf Übersetzungen setzt. Man schafft auf diese Art kein eigenes Programm und ist auf ausländische Partnerinnen und Partner, deren Themen und Produktionsrhythmus angewiesen.

Bücher übersetzen

Deutsche Bücher in eine andere Sprachen übersetzen

Und warum übersetzen wir selten bis nie vom Deutschen ins Amerikanische? Diese Frage bekommen wir immer wieder gestellt. Der Markt ist doch viel größer und dann könnte man auch gleich die halbe Welt mit englischen Büchern beliefern? Das ist leider nicht so einfach.

Zum einen werden Trends häufig nicht unbedingt in Deutschland geboren und zum anderen ist es tatsächlich sehr teuer und aufwändig, ein Fachbuch samt aller Begrifflichkeiten und Zusammenhänge korrekt ins Englische zu übersetzen. Es entstehen auch Kosten, die man auf den ersten Blick leicht übersehen kann: Vertrieb und Marketing müssten neue Kontakte aufbauen und pflegen, wir müssten Werbung im ausländischen Markt schalten und uns um die Lagerung der Bücher in den USA kümmern. Unterm Strich zahlen wir da drauf.

Dazu kommt dann noch das – sagen wir mal – internationale Desinteresse des US-Marktes. Nur in ganz wenigen Ausnahmefällen gelingt es, dort ein Buch zu platzieren, das von den US-Leserinnen und Lesern angenommen wird. Übersetzungen sind dort einfach nicht so beliebt.

Wie unsere Bücher trotzdem übersetzt werden

Die einzige Möglichkeit, wie sich eine Übersetzung unserer Bücher in eine Fremdsprache lohnt, ist die Zusammenarbeit mit  ausländischen Verlagen. Die machen es dann genauso wie wir mit unseren Übersetzungen ins Deutsche: Sie kaufen bei uns die Lizenz, kümmern sich um die Übersetzung und bringen das Buch in ihrem Verlag heraus.

Auf diese Weise wurde letztes Jahr zum Beispiel unser „Storytelling für Unternehmen“ von Miriam Rupp ins Chinesische übersetzt. Oder „Arduino für Kids“ von Erik Schernich ins Spanische.

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