Ein Buch schreiben – unsere Autorin berichtet

Wie ist es eigentlich, ein Buch zu schreiben? Wie findet man einen Verlag und was sind dann die nächsten Schritte? Martina Grigoleit hat im Dezember 2020 ihr erstes Buch bei uns veröffentlicht und berichtet hier, wie es ihr dabei so ergangen ist.

Von der Idee zum Verlag

Anfang 2020 hatte ich die Idee, ein Buch zu schreiben. Und zwar darüber, was ich schon seit 15 Jahren mache: Graphic Recording. Für die Verlagssuche habe ich eine sehr ausgiebige Recherche betrieben: Wo gibt es ähnliche Bücher? Wer hat schon mal sowas verlegt oder geschrieben? Welche Schwerpunkte haben welche Verlage? Am Ende hatte ich fünf Verlage, die in Frage kamen.

Auf den Websites findet man i.d.R. sowohl die Ansprechpartnerin oder den Ansprechpartner als auch deren Wunsch, wie bei einer Bewerbung vorgegangen werden soll. Jetzt hieß es, meine Arbeit dahingehend vorzubereiten oder abzuändern und dann gingen fünf kleine Exposés ihren Weg in die Welt.

Mein Exposé bestand aus ein paar bereits gestalteten Seiten mit Texten und Bildern. Dazu kam eine kurze Beschreibung des Konzeptes, eine ungefähre Inhaltsangabe und mein Lebenslauf, den ich ebenfalls in gezeichneter Form beigefügt habe.

Was dann kam, war echt krass. Damit hatte ich nicht gerechnet. Innerhalb von zwei Tagen hatte ich drei Zusagen. Anscheinend hatte ich mit diesem Konzept total ins Schwarze getroffen. Und wenn ich mal ehrlich bin: Das stimmt. So ein Buch gab und gibt es auf dem ganzen deutschen und ich glaube auch weltweiten Markt noch nicht.

Welcher Verlag ist der richtige?

Was nun folgte, war meine Entscheidung für einen Verlag. Ich habe mich relativ schnell für den mitp-Verlag entschieden, weil da schon so viele geschätzte Kolleginnen und Kollegen publizierten, wie beispielsweise Heidrun Künzel mit ihrem Buch „Sketchnotes im Alltag“ oder Heike Haas und Diana Meier-Soriat, die alle echt tolle Sachen machen. In diesem Kreis wollte ich mich bewegen. Meine Entscheidung fiel also auf diesen Verlag und meine Lektorin wurde die inspirierende und sehr strukturierte Sabine Schulz.

An die Arbeit!

Nach der Prüfung des Vertrages durch meine Anwältin und ein paar geringfügigen Änderungen in dem Standardvertrag fing die Arbeit dann richtig an. In den folgenden Wochen habe ich die Geduld von Sabine Schulz mehrfach in Anspruch genommen, weil ich das Layout selbst machen wollte. Das ist als Autorin nicht üblich, da die Verlage dafür extra Grafikerinnen und Setzer eingestellt haben. Da das aber nun mal meine Ausbildung ist (ich habe Kommunikationsdesign studiert und jahrelang in Werbeagenturen als Graphic Designerin und Art Direktorin gearbeitet) und ich sowas wirklich sehr gerne mache, habe ich darauf bestanden. Wir haben also ein Vorgehen gesucht, der diese Extrawurst ermöglicht und schlussendlich auch gefunden.

Nun folgten viele, viele Stunden, Tage, Wochen, in denen ich nur geschrieben habe, verworfen habe, Bilder rausgesucht und Rechte angefragt habe. In denen ich mit vielen Kolleginnen und Kollegen gesprochen, mir Rat geholt habe und nicht sicher war. Wochen, in denen ich neu gezeichnet und wieder alles umsortiert habe, um es nach ein paar Tagen wieder alles anders zu machen. Corona sei Dank hatte ich genügend Zeit dafür. Für irgendwas muss dieser kleine fiese Virus ja gut sein.

Mit dem Verlag hatte ich die Deadline im Sommer vereinbart, zu der das Buch von meiner Seite aus komplett fertig an den Verlag übergeben werden sollte – sprich mit allen Texten, Bildern, den dazugehörigen Rechten und fertig gelayoutet. Eben alles. Danach wurde von Seiten des Verlages nochmal richtig aufgeräumt und in die Ecken geguckt, nochmal umstrukturiert, ein paar wenige Seiten rausgenommen und durch andere ergänzt. Die saubere Struktur mit dem Inhaltsverzeichnis zum Beispiel hat Sabine Schulz am Ende fine getuned und damit für wesentlich mehr Übersichtlichkeit gesorgt. Ich durfte noch ein paar Checklisten und To-Do’s ausarbeiten, damit angehende Graphic Recorderinnen und Recorder sich besser zurechtfinden und mit dem Buch besser arbeiten können.

Mehr Zeit als erwartet ging noch drauf für den sauberen Satz, Textkorrekturen nach der aktuellen deutschen Rechtschreibung und die finale Bearbeitung aller Bilder für den Druck. Mitte November war das Buch dann wirklich fertig und konnte in den Druck gehen. Ich war freudig aufgeregt und auch ziemlich nervös. So ein Buch rauszubringen, fühlt sich für mich so an, wie nackt in der Fußgängerzone zu stehen. Ich mache alles sichtbar und alle haben die Möglichkeit, meine Arbeit von einem Jahr mit den Worten „Wie scheiße ist das denn bitte geworden?“ kaputt zu machen. Mein sonst ganz gesundes Selbstbewusstsein befand sich hier echt auf dem Prüfstand.

Das fertige Buch

Und dann, ganz plötzlich, war das Buch tatsächlich fertig. Mein Wunschtermin vor Weihnachten konnte eingehalten werden und dann trudelten die ersten Bücher bei mir ein. Und ich hatte das Werk von einem Jahr Arbeit und 15 Jahren Wissen auf einmal in den Händen!

Bis jetzt hat kein Mensch diesen gefürchteten Satz von oben gesagt, im Gegenteil: Sehr viele Kolleginnen und Kollegen und auch Kundinnen und Kunden haben mich schon kontaktiert und mir gedankt und mich beglückwünscht. Ein wirklich tolles Gefühl nach dieser anfänglichen Angst und Unsicherheit. Vielen Dank dafür!


Diesen Auszug aus ihrem ursprünglichen Text „Wie es ist, ein Buch zu schreiben“ hat Martina Grigoleit uns für den mitp Blog zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!


Ihr Buch „Graphic Recording“ findet ihr bei uns im Shop. Da gibt es auch alle Infos, das Inhaltsverzeichnis und eine kostenlose Leseprobe.

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